Laborwerte von A-Z: Alles mit E


Eisen (Fe)

Eisen ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), sondern kommt auch im roten Muskelfarbstoff (Myoglobin) und in Enzymen des Zellstoffwechsels vor.

Im Zusammenhang mit Eisen sind zwei Eiweiße erwähnenswert: das Transporteiweiß Transferrin für den Eisentransport im Blut und das Eisenspeichereiweiß Ferritin.

Normalbereich (Blut)

45–160 µg/dl (7–29 µmol/l)

Indikation

  • Bei Verdacht auf Eisenmangel zur Berechnung der Transferrin-Sättigung
  • Eisenüberladung, Eisenvergiftung.

Ursachen erhöhter Werte

  • Hämolytische Anämie
  • Eisenüberladung, z. B. nach häufigen Bluttransfusionen, bei Hämochromatose
  • Porphyrien
  • Schwere Leberzellschädigung.

Ursachen erniedrigter Werte

  • Eisenmangel (bei gleichzeitig erniedrigtem Ferritin)
  • Chronische Entzündungen, Infektionen, Tumoren.

Hinweise

Die Bestimmung des Eisens im Blut ist für die Diagnose eines Eisenmangels nicht geeignet, da die Werte von zahlreichen Faktoren abhängig sind (z. B. Schwankungen je nach Uhrzeit und Angebot in der Nahrung, Absinken bei Entzündungen). Besser geeignet sind das Ferritin und die Transferrin-Sättigung.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Eiweiß (Protein)

Das Gesamteiweiß im Blutplasma gliedert sich in mehr als 100 unterschiedliche Eiweiße, die durch Eiweißelektrophorese weiter aufgetrennt werden können.

Normalbereich [KLL]

  • Blutserum/Blutplasma: 66–83 g/l
  • Urin: < 0,15 g/24 Std.
  • Liquor: < 0,4 g/l

Indikation

  • Blutserum: Verdacht auf erhöhte oder verminderte Konzentration von Gesamteiweiß im Blut, z. B. bei Nierenerkrankungen, Störungen des Wasserhaushalts
  • Urin: Verdacht auf vermehrte Eiweißausscheidung im Urin
  • Liquor: Diagnose und Verlaufskontrolle v. a. von entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

Ursachen erhöhter Werte

  • Blutserum: Austrocknung, chronische Entzündungen, Leberzirrhose, Plasmozytom
  • Urin: Langes Stehen, körperliche Anstrengung, Fieber, Eiweißverlust über die Niere (z. B. bei nephrotischem Syndrom, Glomerulonephritis, diabetischen Nierenschäden), Harnwegsinfektion (z. B. Blasenentzündung), Plasmozytom
  • Liquor: v. a. bei nicht infektiösen Entzündungen und Infektionen des zentralen Nervensystems, Zirkulationsstörungen des Liquors.

Ursachen erniedrigter Werte

  • Blutserum: Überwässerung, Verminderung der Albumin-Konzentration, Antikörpermangel
  • Urin: ohne Krankheitswert
  • Liquor: ohne Krankheitswert.

  • Eiweißelektrophorese

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Eiweißelektrophorese (Elektrophorese)
Eiweißelektrophorese (Elektrophorese)
www.salevent.de, Michael Amarotico, München
Die Eiweißelektrophorese erlaubt präzise Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der im Blut zirkulierenden Eiweiße. Die Untersuchung beruht darauf, dass die verschiedenen Bluteiweiße auf einer speziellen Folie unterschiedlich schnell wandern, wenn eine elektrische Spannung angelegt wird. Die so entstehenden Proteinbanden lassen sich anfärben, anschließendes Durchleuchten mit Licht ermöglicht eine anschauliche Darstellung der Proteinmengen als Wellenkurve. Ist diese auffällig, folgt die direkte Bestimmung der veränderten Bluteiweiße.
Eiweißelektrophorese (Elektrophorese)
www.salevent.de, Michael Amarotico, München
Die Eiweißelektrophorese erlaubt präzise Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der im Blut zirkulierenden Eiweiße. Die Untersuchung beruht darauf, dass die verschiedenen Bluteiweiße auf einer speziellen Folie unterschiedlich schnell wandern, wenn eine elektrische Spannung angelegt wird. Die so entstehenden Proteinbanden lassen sich anfärben, anschließendes Durchleuchten mit Licht ermöglicht eine anschauliche Darstellung der Proteinmengen als Wellenkurve. Ist diese auffällig, folgt die direkte Bestimmung der veränderten Bluteiweiße.

Die Bluteiweiße sind ein komplexes Gemisch von Eiweißen, die im Stoffwechsel unterschiedlichste Funktionen ausüben. Neben Albumin gehören die Globuline zu den Bluteiweißen; im Blut sind sie zuständig für Stofftransport, pH-Wert-Regulierung und Immunabwehr.

Die Bluteiweiße werden in der Eiweißelektrophorese nach ihrer Größe und ihrer elektrischen Ladung in einem elektrischen Feld (siehe Abb.) aufgetrennt. Im Normalfall lassen sich fünf Gruppen von Bluteiweißen als „Banden“ darstellen, nämlich:

  • Albumin
  • Alpha-1-Globulin (a-1-Globulin)
  • Alpha-2-Globulin (a-2-Globulin)
  • Betaglobuline (beta-Globuline, ß-Globuline)
  • Gammaglobuline (gamma-Globuline, ß-Globuline), auch Immunglobuline genannt.

Nicht alle Bluteiweiße allerdings sind Teil des gesunden Stoffwechsels; manchmal liegt eine monoklonale Gammopathie vor. Dabei bilden die Nachkommen eines einzelnen B-Lymphozyten große Mengen eines gleichförmigen Immungloblulins, z. B. beim Plasmozytom. Eine monoklonale Gammopathie ist durch eine zusätzliche spitze „Zacke“ in der Elektrophorese erkennbar.

Normalbereich (Blut)

  • Albumin: 56,0–68 % der gesamten Blutproteine (in Absolutwerten: 35–55 g/l)
  • Alpha-1-Globulin: 2–5 % (1–3,5 g/l)
  • Alpha-2-Globulin: 6–10 % (3–8,5 g/l)
  • Betaglobuline: 8–14 % (5–11 g/l)
  • Gammaglobuline: 10–20 % (6,5–16 g/l).

Indikation

Blut:

  • Erhöhtes oder erniedrigtes Gesamteiweiß im Blut
  • Erhöhte BSG
  • Diagnose und Verlaufsbeurteilung von akuten und chronischen Entzündungen
  • Verlaufsbeurteilung von Eiweißverlusten der Niere (z. B. nephrotisches Syndrom) oder des Magen-Darm-Trakts
  • Verlaufsbeurteilung bei Plasmazytom oder einer anderen monoklonalen Gammopathie.

Urin:

  • Klärung einer monoklonalen Gammopathie im Blutserum
  • Verdacht auf Bence-Jones-Myelom: Entartete Blutplasmazellen eines Plasmozytoms produzieren hier Bruchstücke von Immunglobulinen.
  • Amyloidose.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Elektrolyte

Zu den Elektrolyten zählen:

  • Kalium (K+)
  • Natrium (Na+)
  • Kalzium (Ca2+)
  • Chlorid (Cl-)
  • Magnesium (Mg2+)
  • Phosphat (PO43-)

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Entzündungsparameter

Die wichtigsten Entzündungsparameter sind:

  • BSG
  • CRP

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Erythrozytenindizes

Aus dem kleinen Blutbild können weitere Größen errechnet werden, die näheren Aufschluss über die roten Blutkörperchen geben (z. B. bei Blutarmut) und als Erythrozytenindizes zusammengefasst werden:

  • MCH (mean corpuscular hemoglobin): durchschnittlicher Hämoglobingehalt des einzelnen roten Blutkörperchens
  • MCHC (mean corpuscular hemoglobin concentration): mittlere Hämoglobinkonzentration der roten Blutkörperchen, also der Anteil des Hämoglobins an der gesamten Masse der roten Blutkörperchen
  • MCV (mean corpuscular volume): mittleres Volumen der roten Blutkörperchen
  • RDW (red cell distribution width): Größenstreuung der roten Blutkörperchen.

Normalbereich [KLL; TLD]

  • MCH: 27–34 pg (1,67–2,11 fmol)
  • MCHC: 32–36 g/dl (19,85–22,34 mmol/l)
  • MCV: 81–96 µm3 (81–96 fl)
  • RDW: < 15 %

Indikation

Klassifizierung und erste Ursacheneingrenzung bei Blutarmut (Anämie)

Ursachen typischer Veränderungen

  • Erniedrigtes MCV und MCH: Mikrozytäre hypochrome Anämie, z. B. bei Eisenmangel
  • Normales MCV und MCH: Normozytäre normochrome Anämie, z. B. bei chronischen Erkrankungen, Nierenfunktionsstörungen
  • Erhöhtes MCV und MCH: Makrozytäre hyperchrome Anämie, z. B. bei Vitamin-B12-, Folsäuremangel.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess

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